Korrektur VorfußKorrektur Vorfuß bei Metatarsalgie

Die operative Behandlung der Metatarsalgie unterscheidet folgende Zustände:
Zum einen kommt eine umschriebene Metatarsalgie im Bereich des 2. Metatarsaleköpfchens (am häufigsten) oder des 3. oder 4. vor, zum anderen das komplette Durchsacken aller Metatarsaleköpfchen 2 bis 4 oder 2 bis 5 beim triangulären Spreizfuß mit deutlicher Clavusbildung. Dies ist dann häufig auch mit der Ausbildung eines schweren Hallux valgus verbunden.

Das operative Angehen der Metatarsalgie umfasst zwei Aspekte:

  1. Die Herstellung der Harmonie der Vorfußarchitektur - entsprechend der parabolischen Linie der Länge der Metatarsalia. Das heißt zum Beispiel, dass bei einer besonders langen 2. Metatarsale mit hervorragendem Köpfchen und dadurch entstehenden Schmerzen eine Verkürzung in Form einer Weilosteotomie durchgeführt werden sollte. Bei normaler parabolischer Ausrichtung, jedoch Druckbelastung über einem einzelnen Metatarsaleköpfchen, sollte keine Verkürzung, sondern eine proximale (körpernahe) Schrägosteotomie mit Anhebung des Metatarsaleköpfchens durchgeführt werden. Die Behandlung der Metatarsalgie umfasst Zielelemente, so dass die kategorische Anwendung einer Technik (wie häufig geschehen mit der Weilosteotomie), in einigen Fällen doch zu erheblichen Problemen führt.
  2. Der zweite Aspekt umfasst natürlich auch die Behandlung der häufig mit auftretenden Hammer- oder Krallenzehen, bei welcher je nach Länge der Zehen Sehnenverlängerungen, ein Sehnentransfer, oder eine Versteifung in den Mittelgelenken der Zehen durchgeführt werden müssen.

Messung der Höhe der Metatarsaleköpfchen im 3D-Datensatz der 3D-gRöntgenbildgebund mit PedCAT

Modell zur Veranschaulichung von verschiedenen Korrekturmethoden. Zu sehen ist eine proximale Korrekturosteotomie mit Knochentransplantat und Stabilisation mit winkelstabiler polyaxialer Platte (R-Lock klein) und zusätzlich eine distale modifizierte Korrekturosteotomie modifiziert nach Chevron mit Schraubenosteosynthese. Am zweiten Strahl ist eine spezielle Osteotomie (modifiziert nach Weil) zur Verkürzung eines Knochens mit daraus folgender Metatarsalgie gezeigt. An der zweiten und vierten Zehe sind verschiedene Methoden zur Korrektur einer Krallenzehe gezeigt.

Vorfußkorrektur mit Verkürzungsosteotomie des Metatarsale 2 bei Metatarsalgie

Kommentiertes OP-Video

Prof. Richter kommentiert eine Hallux Valgus/Krallenzehen OP im Video. Unter diesem Link können Sie das Video auch in HD-Qualität auf Youtube anschauen.

Achtung: Dieser Film zeigt explizit medizinische Inhalte in aller Deutlichkeit! 

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Behandlungsablauf in Bildern

Vorfußdeformität mit Hallux valgus beidseits. Die Abbildung zeigt eine dorsoplantare beidseitige Röntgenaufnahme mit Belastung, die eine deutliche Dezentrierung der Metatarsale-1-Köpfchen von den Sesambeinen und eine deutliche relative Überlänge der Metatarsale 2 zeigt. 

Beidseitige Metatarsale-köpfchenbelastungsaufnahme die eine deutliche Pronation und Dezentrierung der Metatarsale-1-Köpfchen von den Sesambeinen und ein deutliches Tiefertreten der Metatarsale-2-Köpfchen rechts (links) mehr als links (rechts) zeigt.

Die Abbildung zeigt das Maximaldruckbild der präoperativen dynamischen Standardpedographie mit deutlicher Verringerung des Kraftanteils plantar des Metatarsale-1-Köpfchens rechts im Vergleich zur Gegenseite (unterer Pfeil) und eine deutliche Erhöhung des Kraftanteils plantar der Metatarsale-2-Köpfchen beidseits (oberer Pfeil).

Spitzendrücke der präoperativen dynamischen Standardpedographie mit deutlicher Verringerung des Spitzendrucks plantar des Metatarsale-1-Köpfchens rechts im Vergleich zur Gegenseite (unterer Pfeil) und eine deutliche Erhöhung des Spitzendrucks plantar der Metatarsale-2-Köpfchen beidseits (oberer Pfeil).

Es erfolgte eine distale Korrekturosteotomie des Metatarsale 1 modifiziert nach Chevron und eine Weichteilkorrektur modifiziert nach McBride (Bild).  Es erfolgte dann wegen einer unbefriedigenden Kraftverteilung eine modifizierte Weil-Osteotomie des Metatarsale 2. Diese wurde dann wegen einer immer noch unbefriedigenden Kraftverteilung nochmals modifiziert mit Osteotomie einer Knochenscheibe mit konsekutiver Dorsalisierung des Metatarsale-2-Köpfchens. 

Optimale Stellung nach dem Eingriff.

Optimale Stellung nach dem Eingriff.

Wegen einer unbefriedigenden Kraftverteilung mit vermindertem Kraftanteil plantar des Metatarsale-1-Köpfchens und erhöhtem Kraftanteil plantar des Metatarsale-2-Köpfchens (zweites Bild von links nach Korrektur genauso wie Bild ganz links vor der Korrektur) erfolgte eine modifizierte Weil-Osteotomie des Metatarsale 2. Diese wurde dann wegen einer immer noch unbefriedigenden Kraftverteilung (zweites Bild von rechts) mit immer noch vermindertem Kraftanteil plantar des Metatarsale-1-Köpfchens und erhöhtem Kraftanteil plantar des Metatarsale-2-Köpfchens nochmals modifiziert mit Osteotomie einer Knochenscheibe mit konsekutiver Dorsalisierung des Metatarsale-2-Köpfchens.  Danach bestand eine optimale Kraftverteilung (rechts).